Besuch des Rablhaus am Weerberg am 13.07.2022

Am Nachmittag des 13. Juli 2022 versammelte sich eine Reihe von Vereinsmitgliedern erneut am Weerberg, um das Heimatmuseum „Rablhaus“ zu besuchen. Unterhalb der alten Kirche gelegen, ist das Museum die einzige Einrichtung im Alpenraum, die sich mit dem Thema Volksglaube befasst.

Nachdem unser Besuch im Vorjahr eine derart positive Resonanz zur Folge hatte, haben wir gerne dieses Jahr erneut einen Abstecher auf den Weerberg eingeplant. Der Ablauf war dabei ziemlich ähnlich wie im Vorjahr, nur dass zusätzlich eine Sonderausstellung zu den Kapellen am Weerberg zu besichtigen war.

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Stationen der Medizingeschichte am 22.06.2022

Bereits zum fünften Mal fand am 22.06.2022 die Veranstaltung „Stationen der Medizingeschichte“ statt, welche einem Gemeinschaftsprojekt von Freundeskreis Pesthaus, Bibliothek des Ferdinandeums und Tiroler Volkskunstmuseum entspricht.

Nachdem die letztjährige Auflage pandemiebedingt virtuell stattfinden musste, kam es dieses Jahr wieder zu einem dynamischen von Station zu Station Wandern. An diesen vier Stationen wurden dabei anhand einiger medizinhistorischer Objekte bestimmte Aspekte der Medizingeschichte in einem Impulsvortrag vorgestellt. Mit dem Leitthema Impfungen wurde dieses Jahr ein äußerst aktuelles Genre ausgewählt.

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Exkursion nach Heidelberg vom 04.-06.06.2022

Am Samstag, den 04.06.2022, versammelten sich pünktlich um 07:00 Uhr die mitreisenden Vereinsmitglieder nahe des Hauptbahnhofs Innsbruck und bestiegen einen eigens für uns reservierten Bus, welcher uns nach zwei kurzen Pausen sicher nach Heidelberg brachte. Der Pandemie wurde leider im Vorfeld Tribut gezollt, denn mehrere geschätzte Vereinsmitglieder konnten erkrankungs- bzw. quarantänebedingt nicht mitreisen. Ein kleiner Teil der Gruppe fuhr nicht im Bus mit, sondern da im Anschluss eine Weiterreise anstand mit dem Auto.

Vor Ort kehrten wir direkt zum Mittagessen in die Kulturbrauerei Heidelberg ein und trafen die mit dem Auto angereisten Vereinsfreund:innen. Für unsere Gruppe mussten wir für das Restaurant bereits im Vorfeld mittels kleiner Karte die Reservierung abgeben, mussten dafür aber dann auch nicht lange warten. Das Bier im Steinkrug schmeckte hervorragend und auch das Essen war sehr gut und reichlich. Ein gelungener Start für unsere Heidelbergexkursion also!

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Führung durch unsere Sammlung am 24.05.2022

Fünfzehn Interessierte fanden sich am Abend des 24.05.2022 in unserer Sammlung ein und wurden nach der Begrüßung durch Obmann Mag. Dr. Christian Lechner in zwei Gruppen geteilt.

Dr. Lechner führte die erste Gruppe in das im Keller der Landespflegeklinik liegende Depot, ich durfte durch das inzwischen wunderbar hergerichtete Saluteum im Parterre führen. Nach etwa einer halben Stunde wurden die Gruppen getauscht. In unserem Depot im Keller staunten die Anwesenden über etwa 11.000 inventarisierte Sammlungsgegenstände,

Bemerkungen unserer Gäste zu einzelnen Gegenständen sowie allerlei Fragen machten die Führung sehr lebendig. Mit Stolz konnte ich die schönen alten Mikroskope und das Elektronenmikroskop der Hautklinik zeigen und die dazu gehörigen Spender bzw. Vermittler Engelbert Pöschl und Dr. Nikolaus Romani in Erinnerung rufen. Die Geschichte um die Malfatti-Apotheke mit den vielen Details bis zum Finden der Schubladenschilder im Internet, sowie der Erwerb der Apotheken- und Drogeriegefäße der Sammlung Kaier bis zum Versteck des Sicherungskasten hinter den Stirnseiten der alten Apothekenladen wurden sehr bewundert.

Großes Staunen bestand auch über die so schöne Auswahl alter Medizinbücher mit dem Hauptwerk Die Grewel der Verwüstung menschlichen Geschlechts von Hippolyt Guarinoni, 1610, ein großartiges Geschenk von Frau Dr. Bettina Millonig-Ganner, sowie von mir gerettete Bücher aus der alten Medizinischen Klinik.

Die Veranstaltung zeigte uns vor allem, dass für alle Anwesenden das große Ausmaß unserer Sammlung eine regelrechte Überraschung war.

Dr. Edwin Knapp

Führung durch unsere Buchausstellung am 31.03.2022

Die am 17.11.2021 eröffnete Buchausstellung konnte nach langer, pandemiebedingter Pause wieder präsentiert werden.

Nach der Begrüßung durch den Obmann Mag. Dr. Christian Lechner führte der Kurator, a.o. Univ.-Prof. Dr. Edwin Knapp die interessierten Gäste durch die Werke rund um das kostbare Herzstück der Ausstellung Die Grewel der Verwüstung menschlichen Geschlechts von Hippolyt Guarinoni, 1610.

Auch andere wertvolle Bücher aus der Sammlung des Saluteums wie das Lehrbuch der Anatomie vom Menschen von Josef Hyrtl, 1851 wurden präsentiert.

Sowohl über das Leben Guarinonis als auch Hyrtls wurde ausführlich erzählt.

Kritisch berichtet wurde über Guarinonis Erstbeschreibung des Kultes um Anderl von Rinn.

Besonders erwähnt wurden die zahlreichen wissenschaftlichen Ehrungen von Hyrtl und sein durch die von ihm erfundenen Korrosionspräparate erworbenes Vermögen.

Abbildungen in den zwei Kräuterbüchlein, eine Ansicht von Gastein in einer Dissertation über die Thermalquellen in Bad Gastein, sowie die Abbildung des Bruderhauses in der Faksimile-Ausgabe des Schwazer Bergbuches lockerten die Ausstellung auf.

Eindruck von der Führung durch die Buchausstellung.

Hingewiesen wurde auch auf das einzige zeitgenössische Buch der Sammlung – Die Geschichte der Medizin im Spiegel der Kunst von Albert S. Lyons und R. Joseph Petrucelli II, 1980 mit besonders schönen Abbildungen.

Einige neue Mitglieder wurden anschließend durch die gesamte derzeitige Ausstellung im Saluteum geführt und es konnten die Malfatti-Apotheke, die Sammlung Kaier und die Mikroskope-Sammlung von Engelbert Pöschl vorgestellt werden.

 

Text: Monika Riz

Bilder: Monika Riz und Christian Lechner

Eröffnung der Buchausstellung am 17.11.2021

Nach genauer Kontrolle des Impfstatus und mit FFP2-Maskenpflicht konnte am 17.11.2021 im Saluteum unsere erste Buchaustellung eröffnet werden. Nach Begrüßung durch Obmann Mag. Dr. Christian Lechner bedankte er sich mit einem Blumenstrauß bei Frau Dr. Bettina Millonig-Ganner für die großzügige Buchspende.
Unser Schriftführer ao. Univ-Prof. Dr. Edwin Knapp, der die Ausstellung kuratierte, gab dann einen interessanten Überblick über die 27 ausgestellten und teilweise sehr wertvollen alten Bücher. Das Hauptwerk aus der Donation von Frau Dr. Millonig-Ganner, Hippolyt Guarinonis Hauptwerk „Grewel der Verwüstung menschlichen Geschlechtes“ aus 1610, gab Gelegenheit, den Haller Stadtarzt und Universalgelehrten eingehend zu schildern.

Beim zweiten kostbaren Werk aus dieser Donation, „Lehrbuch der Anatomie des Menschen“ von Joseph Hyrtl 1851
konnte auch dessen Leben dargestellt werden, war der Wiener Anatom doch weltberühmt vor allem für seine Korrosions- und Injektionspräparate. Ein Tirolbezug gab dann „Der Tirolische Arzt“, eine medizinische Wochenschrift aus 1791 und 1792.

Prof. Knapp bei der Vorstellung der einzelnen Ausstellungsstücke. © Heinz Ehwald

Das Hauptwerk aus den Büchern unseres Schriftführers stellt das „Schwazer Bergbuch“ aus 1556, eine Faksimileausführung mit der Nummer 47 aus 500. Das schöne Bild daraus über das Bruderhaus, das Bergwerkspital, war der Bezug zur Medizin. Interessante medizinische Bücher aus 1577, 1589, 1783, 17951830, 1840, 1842 stammen aus der alten Bibliothek des Medizinischen Klinik, die bei Neuerrichtung der Bibliothek entsorgt werden sollten. Sie tragen alte Inventarnummern und vereinzelt Widmungen von Prof. Rokitansky, dem 2. Ordinarius für Innere Medizin nach Errichtung der Medizinischen Fakultät. Erinnerungen an Badgastein, ein „Taschenbuch“ für Innere Medizin aus 1855 runden die Ausstellung ab.
Anschließend traf sich ein Teil der Besucher im Goldenen Löwen zum Abendessen mit reger Diskussion der Pandemie und die dadurch bedingten Behinderungen.

Beitragsbild: Prof. Knapp, Dr. Millonig-Ganner und Dr. Lechner vor Beginn der Eröffnung. © Heinz Ehwald

Exkursion nach Wien vom 17.-19.09.2021

Am Freitag, den 17.09.2021, versammelten sich pünktlich um 06:45 Uhr 17 Vereinsmitglieder am Hauptbahnhof Innsbruck und bestiegen den Railjet nach Wien. In Jenbach stiegen weitere fünf Personen zu und nach ca. vier Stunden nahm uns unser Obmann Mag. Dr. Christian Lechner am Hauptbahnhof Wien in Empfang. Trotz Pandemie fühlten wir uns in der Gruppe sehr sicher, da alle (!) vollständig geimpft waren bzw. sind.

In der Straßenbahn (wir hatten alle bereits alle ein 72 Stunden-Ticket erhalten) ging es in das Hotel am Rathauspark, wo wir vorerst unser Gepäck abstellten, denn bereits um 15:00 Uhr war eine Führung am Zentralfriedhof vorgesehen.

Nach einem feinen Mittagessen im nahegelegenen Lokal „Einstein“ fuhren wir mit 71er hinaus zum Friedhof, wo uns ein Beamter der Friedhofsverwaltung erwartete, zunächst ausführlich über die Geschichte des Friedhof erzählte, um dann mit launischen Anekdoten die Ehrengräber der Musiker und bildenden Künstler zu zeigen. Auch Max Weiler haben wir besucht. Eindrucksvoll sind die Säulengänge und die Hauptkirche. Die Führung endete bei der Grabstätte unserer Bundespräsidenten.

Der Großteil der Reisegruppe am 2. Tor des Zentralfriedhofes kurz vor Führungsbeginn
Der Großteil der Reisegruppe am 2. Tor des Zentralfriedhofes kurz vor Führungsbeginn.

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Besuch des Rablhaus am Weerberg am 21.07.2021

Am Nachmittag des 21. Juli 2021 versammelte sich eine Reihe von Vereinsmitgliedern am Weerberg, um das Heimatmuseum „Rablhaus“ zu besuchen. Unterhalb der alten Kirche gelegen, ist das Museum die einzige Einrichtung im Alpenraum, die sich mit dem Thema Volksglaube befasst.

Nach einem ersten Besuch im Vorjahr durch einige unserer Vorstandsmitglieder konnte der schon lange geplante, jedoch durch die Pandemie nicht mögliche Ausflug endlich durchgeführt werden.

Nach einführenden Worten unseres Obmanns Mag. Dr. Christian Lechner begrüßte uns die Leiterin des Museums Dr. Andrea Aschauer herzlich und erzählte uns etwas über die Geschichte und die Ziele des Museums. Die anschließende Führung durch das Haus mit der neuen Ausstellung unter dem Titel „Wahlfahrt Wege Wunder – Pilgern um Heil und Glück“ musste aufgrund der erfreulich hohen Anzahl der Anwesenden in zwei Gruppen durchgeführt werden. Von der begeisternden Ausführung Dr. Aschauers, durchgeführt in ihrer charmanten und kompetenten Art, wechselten wir dann zu Dr. Ernst Brandl, Kassier des Vereins Rablhaus, der die Geschichte und die Besonderheiten der kleinen Kirche St. Peter in eindrucksvoller Weise erklärte.

Eindruck von der Kirche St. Peter
Eindruck vom Museum Rablhaus

 

Eine wunderbare Jause im Museum bei äußerst familiärer Atmosphäre schloss diesen interessanten und lehrreichen Ausflug ab. Wir freuen uns schon auf den nächsten Besuch und bedanken uns bei Dr. Aschauer und ihrem Team für die schöne Zeit!

Link: https://www.rablhaus.at/

22 Jahre Freundeskreis Pesthaus und 75 Jahre HR Dr. Christoph Neuner am 30.06.2021

Unser Verein hat dieses Jahr gleich zwei besondere Jubiläen zu feiern: Zum einen sind wir als Verein bereits 22 Jahre alt und zum anderen hat unser Vereinsgründer, langjähriger Obmann und nunmehriger Ehren-Obmann HR Dr. Christoph Neuner seinen halbrunden 75. Geburtstag.

Die Abhaltung dieser beiden Jubiläen als gemeinsame Feier hat nun pandemiebedingt etwas nach hinten verschoben werden müssen. Umso mehr haben wir uns gefreut, dass die Abhaltung, die behördlichen Vorgaben selbstverständlich befolgend, nun am 30.06. möglich war.

Aufgrund eines begrenzten Platzangebotes musste die Veranstaltung zwar leider teilnehmerbeschränkt werden, spontan haben wir uns deswegen zur hybriden Variante entschieden und den Abend auch virtuell übertragen, was einige Vereinsmitglieder genutzt haben.

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7. MuGI-Abend am 09.06.2021

Contergan/Thalidomid. Der Skandal und seine Folgen in Österreich und Italien

Martina Rabensteiner, MA MA (Innsbruck)

 

Nach einem Jahr pandemiebedingter Pause konnten wir dieses Jahr endlich wieder einen MuGI-Abend organisieren. Um Planungssicherheit zu gewährleisten, wurde dieser mittlerweile 7. MuGI-Abend trotz der letzten Öffnungsschritte virtuell durchgeführt.

Unser Obmann Mag. Dr. Christian Lechner begrüßte die Anwesenden, erörterte kurz die Entstehungsgeschichte des MuGI-Abends und bedankte sich schon vorab bei der Referentin des heutigen Abends, Frau Martina Rabensteiner MA MA, für ihre Bereitschaft und Flexibilität sowie bei den Mithörenden für ihr Interesse. Weiterhin wird diese Veranstaltung durch den Freundeskreis Pesthaus, die Kinderklinik Innsbruck und das Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie organisiert. Auch die Hypo Tirol Bank (Klinikfiliale, Direktor Daniel Senn, BSc) unterstützt dankenswerterweise diese Vortragsreihe.

Anschließend stellte Frau ao. Univ.-Prof. Dr. Elisabeth Dietrich-Daum die Referentin des heutigen Abends vor, leitete kurz ins Thema ein und betonte die Wichtigkeit dieses Forschungsprojektes.

Screenshot von der Veranstaltung

Frau Rabensteiner begann ihre Ausführungen mit der Geschichte von Thalidomid, welches im Oktober 1957 in Deutschland rezeptfrei von der Firma Grünenthal als Contergan auf den Markt gebracht wurde und auch für Schwangere erlaubt war. Wenige Jahre später werden erste Beobachtungen über den Zusammenhang der Thalidomideinnahme und dem Auftreten von Fehlbildungen der Extremitäten bei Neugeborenen bekannt. 1961 wird Contergan vom Markt genommen. In den anschließenden Jahren und letztlich Jahrzehnten kämpften die Betroffenen und ihre Angehörigen um entsprechende Schadenersatzzahlungen.

International wurde Thalidomid in über 50 Handelsnamen beworben und verkauft. In Österreich kam Thalidomid als Softenon am 12.11.1958 auf den Markt und wurde Ende 1961 aus dem Handel gezogen. In Österreich war Softenon aber aufgrund des Engagements der Pharmakologin Ingeborg Eichler nur mittels Rezepts erhältlich. Die finanzielle Entschädigung für Thalidomidgeschädigte gestaltete sich in Österreich deutlich schwieriger als in Deutschland.

Screenshot von der Veranstaltung

In Italien gab es für Medikamente keinen Patentschutz, so dass dort auch viele kleine Pharmafirmen existierten und unter anderem thalidomidhaltige Medikamente herstellten. Über 14 Medikamente mit Thalidomid als Bestandteil gab es deswegen in Italien. Die besondere Problematik in Italien besteht darin, dass bereits 1956 thalidomidhaltige Medikamente erhältlich waren, der Staat Italien aber das Jahr 1958 als offizielles Einführungsjahr des Medikamentes festlegte. Dies hat die praktische Konsequenz, dass Betroffene, die vor 1958 geboren wurden, keinen Schadenersatz beantragen konnten. 1962 erfolgte die Rücknahme der thalidomidhaltigen Medikamente in Italien.

Für weitere Details verweisen wir auf die Aufzeichnung des Vortrages, hier der Link dorthin: https://youtu.be/rN-FVaJsLZ4

Nach dem Vortrag von Frau Rabensteiner entspann sich eine interessante Diskussion und Fragerunde. Dr. Lechner bekräftigte abschließend nochmals die besondere Bedeutung dieser geschichtswissenschaftlichen Arbeit für die Gegenwart und bedankte sich bei Frau Rabensteiner für ihren spannenden Vortrag und bei den Anwesenden für ihr Interesse.