7. MuGI-Abend am 09.06.2021

Contergan/Thalidomid. Der Skandal und seine Folgen in Österreich und Italien

Martina Rabensteiner, MA MA (Innsbruck)

 

Nach einem Jahr pandemiebedingter Pause konnten wir dieses Jahr endlich wieder einen MuGI-Abend organisieren. Um Planungssicherheit zu gewährleisten, wurde dieser mittlerweile 7. MuGI-Abend trotz der letzten Öffnungsschritte virtuell durchgeführt.

Unser Obmann Mag. Dr. Christian Lechner begrüßte die Anwesenden, erörterte kurz die Entstehungsgeschichte des MuGI-Abends und bedankte sich schon vorab bei der Referentin des heutigen Abends, Frau Martina Rabensteiner MA MA, für ihre Bereitschaft und Flexibilität sowie bei den Mithörenden für ihr Interesse. Weiterhin wird diese Veranstaltung durch den Freundeskreis Pesthaus, die Kinderklinik Innsbruck und das Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie organisiert. Auch die Hypo Tirol Bank (Klinikfiliale, Direktor Daniel Senn, BSc) unterstützt dankenswerterweise diese Vortragsreihe.

Anschließend stellte Frau ao. Univ.-Prof. Dr. Elisabeth Dietrich-Daum die Referentin des heutigen Abends vor, leitete kurz ins Thema ein und betonte die Wichtigkeit dieses Forschungsprojektes.

Screenshot von der Veranstaltung

Frau Rabensteiner begann ihre Ausführungen mit der Geschichte von Thalidomid, welches im Oktober 1957 in Deutschland rezeptfrei von der Firma Grünenthal als Contergan auf den Markt gebracht wurde und auch für Schwangere erlaubt war. Wenige Jahre später werden erste Beobachtungen über den Zusammenhang der Thalidomideinnahme und dem Auftreten von Fehlbildungen der Extremitäten bei Neugeborenen bekannt. 1961 wird Contergan vom Markt genommen. In den anschließenden Jahren und letztlich Jahrzehnten kämpften die Betroffenen und ihre Angehörigen um entsprechende Schadenersatzzahlungen.

International wurde Thalidomid in über 50 Handelsnamen beworben und verkauft. In Österreich kam Thalidomid als Softenon am 12.11.1958 auf den Markt und wurde Ende 1961 aus dem Handel gezogen. In Österreich war Softenon aber aufgrund des Engagements der Pharmakologin Ingeborg Eichler nur mittels Rezepts erhältlich. Die finanzielle Entschädigung für Thalidomidgeschädigte gestaltete sich in Österreich deutlich schwieriger als in Deutschland.

Screenshot von der Veranstaltung

In Italien gab es für Medikamente keinen Patentschutz, so dass dort auch viele kleine Pharmafirmen existierten und unter anderem thalidomidhaltige Medikamente herstellten. Über 14 Medikamente mit Thalidomid als Bestandteil gab es deswegen in Italien. Die besondere Problematik in Italien besteht darin, dass bereits 1956 thalidomidhaltige Medikamente erhältlich waren, der Staat Italien aber das Jahr 1958 als offizielles Einführungsjahr des Medikamentes festlegte. Dies hat die praktische Konsequenz, dass Betroffene, die vor 1958 geboren wurden, keinen Schadenersatz beantragen konnten. 1962 erfolgte die Rücknahme der thalidomidhaltigen Medikamente in Italien.

Für weitere Details verweisen wir auf die Aufzeichnung des Vortrages, hier der Link dorthin: https://youtu.be/rN-FVaJsLZ4

Nach dem Vortrag von Frau Rabensteiner entspann sich eine interessante Diskussion und Fragerunde. Dr. Lechner bekräftigte abschließend nochmals die besondere Bedeutung dieser geschichtswissenschaftlichen Arbeit für die Gegenwart und bedankte sich bei Frau Rabensteiner für ihren spannenden Vortrag und bei den Anwesenden für ihr Interesse.

Stationen der Medizingeschichte am 14.04.2021

Bereits zum vierten Mal fand unsere Veranstaltungsreihe „Stationen der Medizingeschichte“ statt. Nachdem wir die Veranstaltung letztes Jahr aufgrund der Pandemie absagen mussten, haben wir, um Planungssicherheit zu gewährleisten, das Experiment gewagt und auf eine virtuelle Veranstaltung umgestellt.

Zugegeben, die „Stationen“ entsprechen keiner üblichen, eher passiven Präsenzveranstaltung, sondern sind aufgrund der Dynamik, nämlich dem Abwandern der einzelnen Stationen, besonders schwierig auf digital übersetzbar.

Auch wenn nun eine gewisse Diskrepanz zu den üblichen „Stationen“ bestand, waren die Vorträge selbst um nichts weniger spannend. Nach einer kurzen Begrüßung und Einleitung durch Obmann Mag. Dr. Christian Lechner, referierte Dr.in Andrea Aschauer, Leiterin des Museums Rablhaus am Weerberg, über Krankheitsabwehr im Volksglauben und der Volksmedizin. Dabei erzählte sie von der Sympathie- und Signaturenlehre und wie diesen entsprechend etwa Walnüsse, welche dem Aussehen nach einem Gehirn ähneln, gegen Leiden desselbigen eingesetzt wurden. Über Schluckbildchen, Schabfiguren und das Benediktuskreuz, kam Dr.in Aschauer auf die diversen Pest- und Seuchenheiligen zu sprechen, bevor sie vom Diebstahl der Ortstafel von St. Corona am Wechsel (Niederösterreich) am Jahresbeginn 2021 erzählte. Möglicherweise haben die Diebe die Ortstafel als übergroßes Amulett gegen COVID-19 betrachtet.

Dr.in Aschauer berichtet über die Signaturenlehre des Paracelsus und das Walnüsse als heilsam bei Beschwerden des Kopfes angesehen wurden.

Anschließend sprach Dr. Andreas Liebl, MA, Koordinator der Gefangenen-Seelsorge der Diözese Innsbruck und Berufschullehrer, über die Liturgie in Seuchenzeiten. Dabei sprach er auch über die Geißler/Flagellanten, die sich selbst geißelten, um Buße zu tun und dadurch die Seuche zu beenden. Unsere aktuelle Pandemie hat zwar Präsenzmessen verunmöglicht, manch findige Geistliche haben alternativ dann virtuelle Messen gefeiert. Eine andere Folge der Pandemie war, dass viele Gläubige während des ersten Lockdowns Kerzen an der Wiener Pestsäule platziert haben. Auch kontaktlose Weihwasserspender fanden Verbreitung. Allerdings gab es hierfür bereits historische Vorbilder, wie etwa der Weihwasserspender in der von Otto Wagner entworfenen Kirche am Steinhof in Wien.

Als letzter Referent kam Mag. Roland Sila, Leiter der Bibliothek des Ferdinandeums, zu Wort, der gemeinsam mit Dr. Andreas Winkler und unserem Obmann Dr. Lechner das Konzept der „Stationen“ vor mittlerweile vier Jahren entwickelt hatte. Mag. Sila sprach über die Auswirkungen der Pandemie auf die Sammlungen der Tiroler Landesmuseen und berichtete, dass entgegen anderer Museen, die Landesmuseen keinen dezidierten Aufruf veranlasst hatten, Objekte mit Bezug zur Pandemie in die Landesmuseen zu bringen. Dennoch ist die Bibliothek des Ferdinandeums seit dem letzten Jahr um etwa 300 Objekte mit Pandemiebezug größer geworden. Viele Fotos dokumentieren die unterschiedlichen Reaktionen auf die behördlichen Maßnahmen, die öffentliche Solidarität und Aktivitäten im Lockdown, aber auch kritische Stimmen und politische Fragen. Die Problematik der Impfstoffbeschaffung und die humorvolle Auseinandersetzung mit der Pandemie bildeten die abschließenden Themen.

Nach diesen drei spannenden und amüsanten Vorträgen kam es noch zu einer kurzen Diskussionsrunde, bevor Dr. Lechner nochmals allen Vortragenden für ihren Einsatz und allen Zuhörenden für ihr Interesse herzlich dankte.

Die „Stationen der Medizingeschichte“ wurden übrigens aufgezeichnet und sind zum Nachschauen auf unserem YouTube-Kanal. Hier der Link zum Video: https://youtu.be/X_DuSS3x3KE

 

Links

Rablhaus Weerberg: https://www.rablhaus.at/

Bibliothek des Ferdinandeums: https://www.tiroler-landesmuseen.at/forschung/sammlungen-der-bibliothek-im-ferdinandeum/

 

Bildnachweis für das Beitragsbild

Dieses Wehenfläschchen wurde als Unterstützung bei Geburten eingesetzt. © Rablhaus Weerberg.

Vortrag von Prof. Würzner über die Impfungen gegen SARS-CoV-2 am 23.03.2021

Aufgrund der Pandemie mussten wir letztes Jahr einen Großteil unserer geplanten Veranstaltungen teils auch recht kurzfristig absagen. Deswegen haben wir als Vorstand entschieden, dieses Frühjahr zunächst ausschließlich virtuelle Veranstaltungen zu organisieren. Das momentan dominierende Hauptthema der Pandemie sind nun freilich die Impfungen. Und da unser Vereinsmitglied ao. Univ.-Prof. Dr.med. Reinhard Würzner aufgrund seiner fachlichen Erfahrung und Kompetenz bereits mehrfach in Print- und Bildschirmmedien zu diesen befragt wurde, baten wir ihn um einen entsprechend aufbereiteten Vortrag.

Dem Vortrag voran ging eine kurze Begrüßung durch unseren Obmann Mag. Dr. Christian Lechner, welcher mittels weniger Folien die Erfolgsgeschichten ausgewählter Impfungen im 20. Jahrhundert skizzierte. Gleich anschließend begann Prof. Würzner mit seinem Vortrag und erläuterte in einer guten halben Stunde die wichtigsten Fakten und Daten zu den derzeit zugelassenen Impfungen sowie zu denen, die gerade vor einer solchen stehen. Das deutlich spürbare Engagement von Prof. Würzner bestätigte sich nochmals nach dem Vortrag, da er in der anschließenden Diskussion, oder besser Fragerunde, eine Stunde lang sämtliche Fragen kompetent und geduldig beantwortete.

Impression unserer virtuellen Veranstaltung

Das Interesse am Vortragsabend und auch an der anschließenden Diskussion spiegelt sich durch die hohe Zahl der Anwesenden wieder, welche die meiste Zeit bei über 150 Zuhörer*innen lag.

Wir freuen uns sehr, dass unser Vortragsabend eine solch deutliche Resonanz erfuhr und bedanken uns hierorts nochmals herzlich bei Prof. Würzner für seinen Vortrag und bei den Zuhörer*innen für das große Interesse!

Seneca und die Covid-19-Pandemie

Gedanken unseres geschätzten Schriftführers ao. Univ.-Prof. Dr. Edwin Knapp für das Patscher Dorfblatt aus Sicht des dortigen Seniorenbundes:

Patscher Seniorenbund

 Alles ist ins Wasser gefallen, kein Herbstausflug, kein Besuch im medizinhistorischen Museum, die Adventfeier werden wir absagen müssen. Man könnte fast verzweifeln. Da ist mir in den letzten Tagen ein Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung in die Hände gefallen und der hat mich in meiner Haltung sehr bestätigt: Die Umständlichkeiten der Pandemie sind – frei nach Seneca – auch Gelegenheit, den Kopf frei zu bekommen.

Seneca war ein römischer Geschäftsmann und Philosoph, wurde vom Senat zum Tode verurteilt, von Kaiser Claudius begnadigt und nach Korsika verbannt. Vor zweitausend Jahren war Korsika kaum bewohnt, ein roher Winkel im Römischen Reich und eine intellektuelle Wüste – ein hartes Los.

Verbannt im „Lockdown“, tun wir gut daran, nachzulesen, wie es Seneca schaffte bei geistiger Gesundheit zu bleiben. Er war Stoiker, eine praktische Philosophie, deren Ziel „Seelenruhe“, „Gleichmut“ oder „innere Stabilität“ ist, oder mit der „Abwesenheit giftiger Emotionen“. Was würde uns Seneca für den Umgang mit Covid-19 raten?

Erstens hören wir auf zu lamentieren. Lamentieren bringt nichts. Das Virus kümmert sich nicht um unsere Meinung und Gefühle. Für Seneca gibt es einerseits Dinge, die wir beeinflussen können und andererseits Dinge, die außerhalb unserer Kontrolle liegen. Tun wir, was wir können (Masken tragen, Abstand halten, Händewaschen, Home-Office).

Zweitens akzeptieren wir, dass wir kein größeres Wissen bezüglich des Virus haben als die Experten. Stoiker hätten nicht nonstop über Covid-19 diskutiert, sie hatten Nützlicheres zu tun.

Drittens halten wir Abstand auch im übertragenen Sinn. Frühere Generationen haben schlimmere Epidemien überstanden, die paar Monate sind ein Klacks dagegen.

Viertens weisen wir dem Virus den richtigen Platz zu. Partyverbot, Fußball-Geisterspiele, Homeschooling oder beschlagene Brillengläser über der Maske, es gibt Schlimmeres.

Seneca schrieb während der acht Jahre Verbannung zwei Briefe an seine Mutter: „Lass dir sagen: Ich bin fröhlich und lebhaft, als sei alles zum Besten. Es ist ja auch alles zum Besten, da mein Kopf frei ist von dem Druck des Geschäfts…“

Der Seniorenbund Patsch meldet sich mit den Weihnachtswünschen noch in einer Zusendung.

Bleibt gesund!

 

Rückmeldungen zur Ausstellung „Im Gedenken der Kinder“

Ich bin Lehrender an der Schule für Sozialbetreuungsberufe – SOB Tirol in Innsbruck in der Maximilianstraße 41-43. Mit zwei Gruppen der Fachrichtung „Behindertenbegleitung“ habe ich die interessante Ausstellung „Im Gedenken der Kinder“ im Hof der Pfarre Wilten-West besucht. Die Ausstellung sollte die Unterrichtsinhalte, die wir im ersten Ausbildungsjahr vermitteln, erweitern und ergänzen.

Wir bilden an unserer Schule „SozialbetreuerInnen“ in der Begleitung von Menschen mit Behinderungen aus. Daher ist die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Begleitung/Betreuung von Menschen mit Behinderungen Teil des Lehrplans. Wir beschäftigen uns dabei mit der Aktion T4 und der Vernichtung (Euthanasie/Gnadentod) von MmB während der Zeit des Nationalsozialismus wie auch mit der Rolle der Medizin und Heilpädagogik im Dritten Reich.

Wir besuchen im Rahmen des Unterrichts immer wieder die Gedenkorte Hartheim in Oberösterreich und das Pavillon 15 auf der Baumgartner Höhe, um die Erinnerung an diese Zeit wach zu halten. Vor allem interessiert uns die Rolle der HeilpädagogInnen, die wir im Unterricht auch an einzelnen Personen nachzeichnen: Hans Asperger, Andreas Rett, Maria Novak-Vogl um nur einige (mit dem Bundesland Tirol in Kontakt stehende) Personen zu nennen.
Gerade für Menschen, die in diesem Beruf mit Menschen mit Behinderungen tätig sind, muss die Geschichte und die Rolle der agierenden Personen im Bewusstsein gehalten werden.

Dazu haben wir auch die von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin kuratierte Ausstellung, die von der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde sowie dem Freundeskreis „Pesthaus“ nach Innsbruck geholt wurde, besucht und die Zusammenstellung hat uns einen guten Einblick in das medizinisch-heilpädagogische Gedankengut dieser Zeit vermittelt. Die Schautafeln sind übersichtlich gestaltet und zeigen exemplarisch etwa ein Jahrzehnt der „Behindertenhilfe“, das vor allem für junge Menschen unverständlich zu sein scheint.

Die Studierenden konnten Zusammenhänge neu herstellen, beispielsweise, dass Kinder und Jugendliche, deren Leben als „lebensunwert“ eingestuft wurde, trotzdem noch dem Volkskörper dienen sollen, indem sie ihr Leben (ungefragt) als Objekte in Versuchsreihen für Impfungen zur Verfügung stellen. Das ist mehr als zynisch und zeigt den unmenschlichen Umgang mit den schwächsten Menschen einer Gesellschaft, die von der Ideologie des „Herrenmenschen“ geprägt war.

Wir haben die Ausstellung vorerst angesehen und uns dann noch gegenseitig auf besonders markante Aussagen aufmerksam gemacht. Die Studierenden waren beeindruckt und betroffen von den Erzählungen und dem Gedankengut dieser Epoche.

Mag. Martin Jenewein (10.11.2020)

Medizinhistorischer Wandkalender für das Jahr 2021

Noch auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk? Warum nicht etwas mit medizinhistorischem Kontext?

Erstmalig haben wir mit Fotos aus unserer medizinhistorischen Sammlung und kurzen, dazugehörigen Texten einen Wandkalender im Format DINA4 für das anstehende Kalenderjahr 2021 kreiert und von einer österreichischen Firma auf recyceltem Papier drucken lassen.

Für Vereinsmitglieder kostet ein Kalender €10,- (statt €15,-), bei einer Bestellung von 10 oder mehr Kalendern gibt es zudem einen Rabatt von 10%. Der Versand ist im Inland inklusive.

Bei Interesse bitte an christian.lechner@pesthaus.at schreiben!

Der Verkaufserlös kommt zu 100% dem Verein zugute. Nur solange der Vorrat reicht.

Führung durch die Ausstellung „Im Gedenken der Kinder“ am 29.10.2020

Die Ausstellung „Im Gedenken der Kinder“ zeigt die Verbrechen der KinderärztInnen an Kindern und Jugendlichen während der Zeit des Nationalsozialismus. Nach der Präsentation auf der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde Ende September im Congress Innsbruck ist diese wichtige Ausstellung in den Pfarrinnenhof der Pfarre zur Heiligen Familie – Wilten-West umgezogen.

Die behördlichen Bestimmungen zur Verhinderung einer Ausbreitung des „Coronavirus“ (SARS-CoV-2) gaben vor, dass maximal 12 Personen bei einer Veranstaltung im Freien teilnehmen dürfen. Selbstverständlich haben wir uns an diese Vorgaben gehalten. Allerdings hat laut Auskunft der Pfarre Wilten-West der Großteil der Interessierten die Ausstellung ohnehin individuell oder in Kleingruppen zu den Öffnungszeiten des Pfarrsekretariates, sprich am Vormittag zwischen 09:00 und 12:00 Uhr, besucht.

Nachdem am 23.10. bei „Tirol heute“ über diese Ausstellung berichtet, dabei aber leider weder die federführende Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde noch die Pfarre Wilten-West bzw. die Diözese Innsbruck erwähnt wurde, begann unser Schriftführer, Herr ao. Univ.-Prof. Dr. Edwin Knapp seine Grußworte mit einem Dank an den Pfarrprovisor Johannes Hohenwarter OPraem und die Diözese Innsbruck. Anschließend begrüßte auch Herr Johannes die Anwesenden und bedankte sich für ihr Kommen und die gute Zusammenarbeit mit unserem Verein.

Danach hat erneut Frau Dr.in Ina Friedmann, Zeithistorikerin, fachlich in das Thema eingeführt, bevor die Anwesenden selbstständig die Ausstellung besichtigen konnten. Für Fragen stand Dr.in Friedmann, wie schon beim Vortermin, natürlich zur Verfügung.

Dr.in Friedmann bei der fachlichen Einführung.
Dr.in Friedmann bei der fachlichen Einführung.

Die interessierten Gäste zeigten sich erschüttert ob der gezeigten Details und bestärkten die anwesenden Protagonisten hinsichtlich der Wichtigkeit der Präsentation der Ausstellung „Im Gedenken der Kinder“.

Wenige Tage danach, konkret am 02.11.202, haben Obmann Mag. Dr. Christian Lechner und Prof. Knapp die Ausstellung abgebaut und derweil in der Kinderklinik deponiert. Mit weiteren Ausstellungsorten stehen wir zwar bereits in Verbindung, pandemiebedingt hat hier vorerst aber noch nichts Konkretes beschlossen werden können. Auch die ursprünglich angedachte Ausstellung im Krankenhaus Bozen ist derzeit in weite Ferne gerückt. Sobald es etwas Neues zu berichten gibt, werden wir auf unserer Homepage und unseren Social Media-Kanälen darüber informieren.

Der Innenhof der Pfarre zur Heiligen Familie – Wilten West beim Abbau der Ausstellung.

Führung durch die Ausstellung „Im Gedenken der Kinder“ am 22.10.2020

Die Ausstellung „Im Gedenken der Kinder“ zeigt die Verbrechen der KinderärztInnen an Kindern und Jugendlichen während der Zeit des Nationalsozialismus. Nach der Präsentation auf der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde Ende September im Congress Innsbruck ist diese wichtige Ausstellung in den Pfarrinnenhof der Pfarre zur Heiligen Familie – Wilten West umgezogen.

An dieser Stelle wollen wir uns deswegen nochmals herzlich bedanken bei Pfarrprovisor Johannes Hohenwarter OPraem für die Beherbergung und Bischofsvikar Msgr. Mag. Jakob Bürgler für die entsprechende Vermittlung nach unserer äußerst kurzfristigen Kontaktaufnahme mit der Diözese Innsbruck und Bitte um einen Ausstellungsort!

Grundsätzlich ist die Ausstellung zwar selbstführend, dennoch war es uns wichtig, zumindest an zwei Terminen eine Art „betreute“ Führung zu organisieren. Dafür hat, nach einer Begrüßung durch Pfarrprovisor Johannes Hohenwarter OPraem als Gastgeber und unseren Schriftführer ao. Univ.-Prof. Dr. Edwin Knapp als Vertreter des Freundeskreis Pesthaus, Frau Dr.in Ina Friedmann, Zeithistorikerin, fachlich in das Thema eingeführt.

Entsprechend der Covid-19-Pandemie und den steigenden Infektionszahlen fanden sich zwar nur wenige Interessierte ein, umso einfacher kamen die Anwesenden dafür ins Gespräch und in die Diskussion. Herr Pfarrer Hohenwarter teilte zudem mit, dass erfreulicherweise untertags regelmäßig BesucherInnen die Ausstellung besuchen würden und auch einige Schulklassen seien wohl bereits vor Ort gewesen.

Die Anwesenden entsprechend den behördlichen Vorgaben mit Mund-Nasen-Schutz im Innenhof der Pfarre Wilten-West.

Statt einer Ausstellungseröffnung – „Medizin in Vitrinen“ in der Geschäftsstelle Universitätsklinik der Hypo Tirol Bank

Bereits im Frühjahr 2020 haben wir mit unserem Sponsor, der Hypo Tirol Bank, vereinbart, dass wir eine Ausstellung für ihre Räumlichkeiten konzipieren werden. Zunächst bestand der Plan, diese Ausstellung in der Bankzentrale in der Innsbrucker Meranerstraße unterzubringen und eine Eröffnung im Juli 2020 zu veranstalten.

Durch die Corona-Pandemie wurden diese Planungen allerdings nichtig und Flexibilität war vonnöten. Aufgrund anderer, bereits geplanter Veranstaltungen im Herbst kam die Zentrale nicht mehr in Frage, so wechselten wir kurzerhand in die Geschäftsstelle Universitätsklinik. Zwar mag hier insgesamt weniger Personenverkehr vorherrschen, dennoch gehen hier auch viele Studierende und Angehörige der Universitäten ein und aus. Den Ortswechsel würden wir, in Anbetracht der Umstände, also durchaus als Verbesserung betrachten. Davon ganz abgesehen, können wir mit unseren AnsprechpartnerInnen in der Klinikfiliale (Leiter: Daniel Senn, BSc, Yvonne Unterkircher, BA und Mag. Herbert Wibmer) bereits auf eine langjährige und produktive Zusammenarbeit zurückblicken. So war es auch kaum verwunderlich, dass die Terminfindung für eine Eröffnungsveranstaltung schnell gefunden war und auch die Inhalte der drei Vitrinen sinnvoll abgesprochen werden haben können.

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Die Jahrestagung der Österr. Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde und die Ausstellung „Im Gedenken der Kinder“

Trotz denkbar schwieriger organisatorischer Voraussetzungen, fand vom 24. bis 26.09.2020 die Jahrestagung der Österr. Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) im Congress Innsbruck statt. Die beiden Tagungsorganisatorinnen, ao. Univ.-Prof. Dr. Daniela Karall und PD Dr. Dipl.oec.troph. Sabine Scholl-Bürgi, haben ganze Arbeit geleistet und bereits Wochen vor der Veranstaltung ein vierzigseitiges Präventionskonzept vorgelegt. Unter anderem wurden auch die Behörden, das Gesellschaftspräsidium und die Rektorate der drei öffentlichen medizinischen Universitäten Österreichs (Innsbruck, Graz, Wien) in die Planungsprozesse transparent miteinbezogen. Entgegen mancher kritischen Stimmen im Vorfeld, konnte der Kongress über den gesamten Zeitraum erfolgreich durchgeführt werden. Für die KollegInnen, die von kurzfristen Dienstreiseverboten betroffen waren, wurde kurzerhand die Möglichkeit zur Zuschaltung mittels Videoplattform ermöglicht. Die Tagung wurde aber dezidiert als Präsenzveranstaltung durchgeführt, da laut den Kongressorganisatorinnen „das Leben mittelfristig mit und trotz Corona weiterhin stattfinden muss, weil wir als Mediziner diejenige Gruppe sind, die prädestiniert ist, vorzumachen, wie gedeihliches Miteinander (gerade auch bei Veranstaltungen) gelingen kann, weil virtuelle Veranstaltungen nur sehr bedingt die Verpflichtung zu Fortbildung und fachlich persönlichem Austausch ersetzen können, weil wir Sie als ein positives Beispiel eines Pilotprojekts sehen, weil wir ein positives Zeichen setzen möchten.“

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