Führung durch unsere Buchausstellung am 31.03.2022

Die am 17.11.2021 eröffnete Buchausstellung konnte nach langer, pandemiebedingter Pause wieder präsentiert werden.

Nach der Begrüßung durch den Obmann Mag. Dr. Christian Lechner führte der Kurator, a.o. Univ.-Prof. Dr. Edwin Knapp die interessierten Gäste durch die Werke rund um das kostbare Herzstück der Ausstellung Die Grewel der Verwüstung menschlichen Geschlechts von Hippolyt Guarinoni, 1610.

Auch andere wertvolle Bücher aus der Sammlung des Saluteums wie das Lehrbuch der Anatomie vom Menschen von Josef Hyrtl, 1851 wurden präsentiert.

Sowohl über das Leben Guarinonis als auch Hyrtls wurde ausführlich erzählt.

Kritisch berichtet wurde über Guarinonis Erstbeschreibung des Kultes um Anderl von Rinn.

Besonders erwähnt wurden die zahlreichen wissenschaftlichen Ehrungen von Hyrtl und sein durch die von ihm erfundenen Korrosionspräparate erworbenes Vermögen.

Abbildungen in den zwei Kräuterbüchlein, eine Ansicht von Gastein in einer Dissertation über die Thermalquellen in Bad Gastein, sowie die Abbildung des Bruderhauses in der Faksimile-Ausgabe des Schwazer Bergbuches lockerten die Ausstellung auf.

Eindruck von der Führung durch die Buchausstellung.

Hingewiesen wurde auch auf das einzige zeitgenössische Buch der Sammlung – Die Geschichte der Medizin im Spiegel der Kunst von Albert S. Lyons und R. Joseph Petrucelli II, 1980 mit besonders schönen Abbildungen.

Einige neue Mitglieder wurden anschließend durch die gesamte derzeitige Ausstellung im Saluteum geführt und es konnten die Malfatti-Apotheke, die Sammlung Kaier und die Mikroskope-Sammlung von Engelbert Pöschl vorgestellt werden.

 

Text: Monika Riz

Bilder: Monika Riz und Christian Lechner

Eröffnung der Buchausstellung am 17.11.2021

Nach genauer Kontrolle des Impfstatus und mit FFP2-Maskenpflicht konnte am 17.11.2021 im Saluteum unsere erste Buchaustellung eröffnet werden. Nach Begrüßung durch Obmann Mag. Dr. Christian Lechner bedankte er sich mit einem Blumenstrauß bei Frau Dr. Bettina Millonig-Ganner für die großzügige Buchspende.
Unser Schriftführer ao. Univ-Prof. Dr. Edwin Knapp, der die Ausstellung kuratierte, gab dann einen interessanten Überblick über die 27 ausgestellten und teilweise sehr wertvollen alten Bücher. Das Hauptwerk aus der Donation von Frau Dr. Millonig-Ganner, Hippolyt Guarinonis Hauptwerk „Grewel der Verwüstung menschlichen Geschlechtes“ aus 1610, gab Gelegenheit, den Haller Stadtarzt und Universalgelehrten eingehend zu schildern.

Beim zweiten kostbaren Werk aus dieser Donation, „Lehrbuch der Anatomie des Menschen“ von Joseph Hyrtl 1851
konnte auch dessen Leben dargestellt werden, war der Wiener Anatom doch weltberühmt vor allem für seine Korrosions- und Injektionspräparate. Ein Tirolbezug gab dann „Der Tirolische Arzt“, eine medizinische Wochenschrift aus 1791 und 1792.

Prof. Knapp bei der Vorstellung der einzelnen Ausstellungsstücke. © Heinz Ehwald

Das Hauptwerk aus den Büchern unseres Schriftführers stellt das „Schwazer Bergbuch“ aus 1556, eine Faksimileausführung mit der Nummer 47 aus 500. Das schöne Bild daraus über das Bruderhaus, das Bergwerkspital, war der Bezug zur Medizin. Interessante medizinische Bücher aus 1577, 1589, 1783, 17951830, 1840, 1842 stammen aus der alten Bibliothek des Medizinischen Klinik, die bei Neuerrichtung der Bibliothek entsorgt werden sollten. Sie tragen alte Inventarnummern und vereinzelt Widmungen von Prof. Rokitansky, dem 2. Ordinarius für Innere Medizin nach Errichtung der Medizinischen Fakultät. Erinnerungen an Badgastein, ein „Taschenbuch“ für Innere Medizin aus 1855 runden die Ausstellung ab.
Anschließend traf sich ein Teil der Besucher im Goldenen Löwen zum Abendessen mit reger Diskussion der Pandemie und die dadurch bedingten Behinderungen.

Beitragsbild: Prof. Knapp, Dr. Millonig-Ganner und Dr. Lechner vor Beginn der Eröffnung. © Heinz Ehwald

Exkursion nach Wien vom 17.-19.09.2021

Am Freitag, den 17.09.2021, versammelten sich pünktlich um 06:45 Uhr 17 Vereinsmitglieder am Hauptbahnhof Innsbruck und bestiegen den Railjet nach Wien. In Jenbach stiegen weitere fünf Personen zu und nach ca. vier Stunden nahm uns unser Obmann Mag. Dr. Christian Lechner am Hauptbahnhof Wien in Empfang. Trotz Pandemie fühlten wir uns in der Gruppe sehr sicher, da alle (!) vollständig geimpft waren bzw. sind.

In der Straßenbahn (wir hatten alle bereits alle ein 72 Stunden-Ticket erhalten) ging es in das Hotel am Rathauspark, wo wir vorerst unser Gepäck abstellten, denn bereits um 15:00 Uhr war eine Führung am Zentralfriedhof vorgesehen.

Nach einem feinen Mittagessen im nahegelegenen Lokal „Einstein“ fuhren wir mit 71er hinaus zum Friedhof, wo uns ein Beamter der Friedhofsverwaltung erwartete, zunächst ausführlich über die Geschichte des Friedhof erzählte, um dann mit launischen Anekdoten die Ehrengräber der Musiker und bildenden Künstler zu zeigen. Auch Max Weiler haben wir besucht. Eindrucksvoll sind die Säulengänge und die Hauptkirche. Die Führung endete bei der Grabstätte unserer Bundespräsidenten.

Der Großteil der Reisegruppe am 2. Tor des Zentralfriedhofes kurz vor Führungsbeginn
Der Großteil der Reisegruppe am 2. Tor des Zentralfriedhofes kurz vor Führungsbeginn.

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Besuch des Rablhaus am Weerberg am 21.07.2021

Am Nachmittag des 21. Juli 2021 versammelte sich eine Reihe von Vereinsmitgliedern am Weerberg, um das Heimatmuseum „Rablhaus“ zu besuchen. Unterhalb der alten Kirche gelegen, ist das Museum die einzige Einrichtung im Alpenraum, die sich mit dem Thema Volksglaube befasst.

Nach einem ersten Besuch im Vorjahr durch einige unserer Vorstandsmitglieder konnte der schon lange geplante, jedoch durch die Pandemie nicht mögliche Ausflug endlich durchgeführt werden.

Nach einführenden Worten unseres Obmanns Mag. Dr. Christian Lechner begrüßte uns die Leiterin des Museums Dr. Andrea Aschauer herzlich und erzählte uns etwas über die Geschichte und die Ziele des Museums. Die anschließende Führung durch das Haus mit der neuen Ausstellung unter dem Titel „Wahlfahrt Wege Wunder – Pilgern um Heil und Glück“ musste aufgrund der erfreulich hohen Anzahl der Anwesenden in zwei Gruppen durchgeführt werden. Von der begeisternden Ausführung Dr. Aschauers, durchgeführt in ihrer charmanten und kompetenten Art, wechselten wir dann zu Dr. Ernst Brandl, Kassier des Vereins Rablhaus, der die Geschichte und die Besonderheiten der kleinen Kirche St. Peter in eindrucksvoller Weise erklärte.

Eindruck von der Kirche St. Peter
Eindruck vom Museum Rablhaus

 

Eine wunderbare Jause im Museum bei äußerst familiärer Atmosphäre schloss diesen interessanten und lehrreichen Ausflug ab. Wir freuen uns schon auf den nächsten Besuch und bedanken uns bei Dr. Aschauer und ihrem Team für die schöne Zeit!

Link: https://www.rablhaus.at/

22 Jahre Freundeskreis Pesthaus und 75 Jahre HR Dr. Christoph Neuner am 30.06.2021

Unser Verein hat dieses Jahr gleich zwei besondere Jubiläen zu feiern: Zum einen sind wir als Verein bereits 22 Jahre alt und zum anderen hat unser Vereinsgründer, langjähriger Obmann und nunmehriger Ehren-Obmann HR Dr. Christoph Neuner seinen halbrunden 75. Geburtstag.

Die Abhaltung dieser beiden Jubiläen als gemeinsame Feier hat nun pandemiebedingt etwas nach hinten verschoben werden müssen. Umso mehr haben wir uns gefreut, dass die Abhaltung, die behördlichen Vorgaben selbstverständlich befolgend, nun am 30.06. möglich war.

Aufgrund eines begrenzten Platzangebotes musste die Veranstaltung zwar leider teilnehmerbeschränkt werden, spontan haben wir uns deswegen zur hybriden Variante entschieden und den Abend auch virtuell übertragen, was einige Vereinsmitglieder genutzt haben.

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Die Dopingkommission bei den Olympischen Winterspielen 1976

Als medizinhistorischer Verein haben wir das besondere Glück, nicht nur viele unglaublich spannende Objekte in unserer Sammlung, sondern auch mindestens ebenso interessante Zeitzeug*innen auf unserer Mitgliederliste vorweisen zu können. Einer davon, unser Schriftführer ao. Univ.-Prof. Dr. Edwin Knapp, berichtete uns am 23.1. von seinen Erfahrungen als leitender Mediziner in der Dopingkommission bei den Olympischen Winterspielen 1976 in Innsbruck.

Nach der Begrüßung durch unseren Obmann Mag. Dr. Christian Lechner und anschließend durch DDr. Wolfgang Markl, M.Sc., dem kaufmännischen Direktor des LKH Hall in Tirol, entführte uns Prof. Knapp auf unterhaltsame und abwechslungsreiche Art und Weise ins olympische Innsbruck des Jahres 1976.

Da Dopingkontrollen damals noch recht neu waren, liefen die Dinge teilweise ein wenig ungeordnet ab. So wurde Prof. Knapp beispielsweise trotz offizieller Schilder am Auto die Zufahrt zu diversen Wettkampfstätten verwehrt. Erst als er sich selbst ein Schild bastelte, das ihn als Gesamtleiter der Dopingkontrolle auswies, durfte er überall hinein.

Das selbstgebastelte Schild von Prof. Knapp (links) sowie die offiziellen Zutrittsschilder (rechts).

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Ausflug zum Turmmuseum Ötz mit anschließendem Törggelen am 23.11.2019

Bei der dritten Auflage der „Stationen der Medizingeschichte“ im Mai 2019 hat unser Verein die Leiterin der Ötztaler Museen, Dr. Edith Hessenberger, kennengelernt, welche eine der „Stationen“ betreute. Es folgte daraufhin eine Einladung unseres Vereins in die Ötztaler Museen, welche wir gerne annahmen und entsprechend zu organisieren begannen.

Am 23.11. sind wir nun gemeinsam mit dem Bus von der Innsbrucker Heiliggeiststraße nach Ötz gefahren. Mit dabei waren 19 Vereinsmitglieder und Interessenten. Am Ötztaler Turmmuseum angekommen, empfingen uns dort Christian Nösig, Obmann des Turmmuseumsvereins, sowie Frau Dr. Hessenberger und begrüßten uns recht herzlich. Bevor es zu „dumpa“ (dunkel) wurde, hat uns Herr Nösig durch den historischen Ötzer Ortskern geführt und uns dabei sehr viel von der Ötztaler und der Ötzer Lokalgeschichte erzählt. Unter anderem erfuhren wir, dass im 12. Jahrhundert der Talname „Ötztal“ erstmals urkundlich erwähnt wurde und dass im 16. und 17. Jahrhundert der Flachsanbau im Ötztal, mit den Zentren Längenfeld, Umhausen und Ötz, florierte. Initiiert hat letzteren wohl das Kloster Frauenchiemsee, welches zur damaligen Zeit Besitzungen im Ötztal hatte. Bei zunehmender Kälte mussten die Mitfahrenden nacheinander ins Turmmuseum selbst wechselten, so dass schlussendlich nur mehr ein Drittel der Gruppe der Kälte trotzte und den letzten Ausführungen von Herrn Nösig im Freien folgte.

Eindruck von der Wanderung im Ötzer Ortskern.

Schließlich kam unsere Gruppe im Café des Turmmuseums wieder zusammen und wärmte sich mit heißem Kaffee, während Herr Nösig uns weiterhin an seinem schier unerschöpflichen Wissen über das Turmmuseum und das Ötztal teilhaben ließ. Interessant für uns als Verein war insbesondere die Tatsache, dass Bruno Haid (1915-1997), der erste Leiter einer anästhesiologischen Abteilung in Innsbruck (der ersten in Kontinentaleuropa), ebenfalls aus dem Ötztal war; auch, dass die Sammlung des Museums neben vielerlei Ketten und Ähnlichem zur Abwehr von Krankheit (darunter viele Fraisenketten) auch zahlreiche „Schluckbilder“ besitzt, auf welchen Heilige abgebildet sind und die man zur Bewahrung der Gesundheit nach und nach zu sich nehmen musste.

Herr Nösig führt uns durch das Museum.

Wir wurden vom obersten bis ins untereste Stockwerk durch das Museum geführt, das seit 2004 besteht. Es beherbergt die Sammlung des Kunstliebhabers Hans Jäger, welche insgesamt etwa 5000 Objekte umfasst. Dabei hatte Jäger von sakralen mittelalterlichen Kunstwerken bis hin zur alpinen Landschaftsmalerei ein recht breites Sammlungskonzept. Eine der Sonderausstellungen im Museum beschäftigt sich gerade mit dem berühmten Osttiroler Maler Albin Egger-Lienz (1868-1926) und dessen Zeit im Ötztal.

Ein Teil der Gruppe bei den letzten Ausführungen Herr Nösigs im Eingangsbereich des Museums.

Nach dieser ausführlichen und interessanten Führung stiegen wir wieder in den Bus, fuhren gemeinsam zum Gasthaus Riese Haymon in Innsbruck und kehrten dort für ein gemütliches Törggelen ein.

6. MuGI-Abend am 23.10.2019

Vorarlberger Geburtskultur: Zur Geschichte der Entbindungsheime im 20. Jahrhundert

Dr. Daniela Reis (Innsbruck)

 

Bereits das sechste Mal fand der medizinhistorische Vortragsabend MuGI, stehend für „Medizin und Geschichte Innsbruck“, nun bereits statt. Weiterhin wurde diese Veranstaltung vor allem durch den Freundeskreis Pesthaus, die Kinderklinik Innsbruck und das Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie organisiert. Zudem unterstützte erfreulicherweise weiterhin die Hypo Tirol Bank (Klinikfiliale, Direktor Daniel Senn, BSc) unsere Vortragsreihe.

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„Abend der Mikroskope“ am 25.09.2019

Am 25. September 2019 fand sich eine große Gruppe Interessierter in unserem Depot II in der Landespflegeklinik in Hall ein, um zwei bedeutende Schenkungen zu bestaunen.

Nach der Begrüßung durch unseren Obmann Mag. Dr. Christian Lechner und den Kaufmännischen Direktor des LKH Hall, DDr. Wolfgang Markl, M.Sc, stellte unser Schriftführer, ao. Univ.-Prof. Dr. Edwin Knapp, die beiden Donatoren kurz vor.

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Exkursion nach Padua vom 28.-30.06.2019

Nach der lehrreichen und sehr freundschaftlichen Exkursion im Juni 2018 nach Basel haben wir erfreulich viel positive Rückmeldungen erhalten, so dass wir früh an die Organisation einer erneuten Exkursion für den Juni 2019 gedacht haben. Im Rahmen unserer Jahreshauptversammlung im Herbst 2018 empfahl ao. Univ.-Prof. Dr. Christoph Brezinka, eine Reise nach Padua zu unternehmen, welches er von regelmäßigen Besuchen in den letzten Jahren sehr gut kennt. Erfreulicherweise bot er zudem seine Unterstützung bei der Organisation an. Dies wurde von Obmann Mag. Dr. Christian Lechner gerne angenommen und in den Wochen nach der Versammlung begannen die Planungen.

Am 28.06.2019 war es nun soweit und die Mitfahrenden trafen sich allesamt um die Mittagszeit im Foyer des Hauptbahnhofes Innsbruck. Unsere Gruppe von insgesamt 25 Personen, der Maximalzahl der Teilnehmer, nahm den Direktzug nach Padua und genoss die schöne Landschaft auf dem Weg dorthin. Ein kleines Manko war die ausgefallene Kaffeemaschine im Speisewagen, ansonsten verlief die Zugfahrt völlig problemlos, tatsächlich sogar ohne relevante Verspätung.

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